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kmbPfrin. Katharina Meckbach
Pfrin. Katharina Meckbach

Einheit in versöhnter Verschiedenheit

Welche Träume und Visionen für die evangelischen Kirchen in Europa haben heute junge Menschen?

Das war auch Thema bei der Vollversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), die in der Zeit vom 13.-18. September 2018 in Basel, Schweiz stattfand. Die GEKE vertritt 50 Millionen Protestanten in Europa. Sie ist der Verbund der evangelischen Kirchen in Europa. 94 lutherische, methodistische, reformierte und unierte Kirchen aus über dreißig Ländern Europas und Südamerikas gehören dazu. Auch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ist Mitglied.

 

Ich durfte in dieser Zeit das sogenannte Steward Programm leiten. Stewards sind junge Theologen/innen im Alter von 18 bis 30 Jahren, die die Vertreter/innen der verschiedenen Kirchen bei Ihrer Arbeit in Basel organisatorisch unterstützt haben.

Doch die Stewards haben sich auch inhaltlich eingebracht. In ihrem Beitrag zur Vollversammlung haben sie sich mit ihren Träumen und Ideen wie Kirche sein soll beschäftigt. Einige Träume möchte ich gerne mit Ihnen teilen:

So hat eine junge Theologin aus Deutschland den Traum, dass die Kirchen  vertrauensvoll Gott suchen sollen abseits von den bekannten Pfaden. Eine Teilnehmerin aus Rumänien träumt davon, dass Kirche in der Gesellschaft sichtbarer werden soll. Ein Steward aus Ungarn hat den Traum von einer Kirche, sie sich immer wieder hinterfragt und reformiert. Eine Schweizerin träumt von einer Kirche, in der verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Lebensstilen Gemeinschaft haben und eine bunte Einheit bilden.

 

Wichtig war ihnen auch der Leitgedanke der GEKE: Einheit in versöhnter Verschiedenheit. Unterschiedliche Charaktere und verschiedene theologische Ansichten   - das haben die Stewards in ihrer Gruppe erlebt.

Und doch sind sie alle im Gespräch geblieben, haben diskutiert und konnten auch die Unterschiedlichkeit annehmen. Pfarrer Dr. John Bradbury der United Reformed Church, England sagte in einer Predigt auf der Vollversammlung: „Kirche ist eins und doch verschieden. Für uns ist es schwierig, wenn Menschen so ganz anders sind als wir selbst. Wenn du doch nur so ein bisschen wie ich sein könntest, dann würde die Welt, offen gesagt, ein einfacherer Ort sein. Aber Gott sei Dank sind wir nicht alle gleich, sondern verschieden und auch versöhnt.“

Diese Einheit in versöhnter Verschiedenheit können wir auch in unserer Gemeinde hier in Bischofsheim erfahren. Kirche ist ein Ort, an dem Menschen verschiedenen Alters, mit verschiedenen Hintergründen und Träumen Gemeinschaft haben. Egal ob sie sich im Gottesdienst, auf der Kerb oder im Konfirmandenunterricht treffen. Kirche ist ein Ort der Begegnung für alle Menschen und ist auch ein Ort, an dem wir gemeinsam Hoffnungen und Visionen von einem guten Zusammenleben teilen.

Bei aller Verschiedenheit vereint uns der Glaube an Jesus Christus. Uns vereint der Glaube an die befreiende Botschaft des Evangeliums. Und auch ich habe einen Traum: Kirche geht hinaus in die Welt, nimmt wahr, hört den Menschen zu und schafft einen Raum der Begegnung und des Miteinanders.

Was ist Ihr Traum von Kirche? 

 

Herzliche Grüße, 

Ihre Pfarrerin Katharina Meckbach

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