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kmbPfrin. Katharina Meckbach
Pfrin. Katharina Meckbach

Die Reformation ist eine Weltbürgerin

 

Liebe Leserinnen und Leser, 

 

die Reformation ist eine Weltbürgerin. In Europa hat die Reformation ihren Anfang genommen. Europa ist kulturell sehr vielfältig und doch verbinden die Länder sehr viel. Das, was uns verbindet ist zum Beispiel die Prägung durch die Reformation. Und die Aussage von dem Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB) Martin Junge, die Reformation sei eine Weltbürgerin, passt zu Europa. Viele junge Theologen haben in im 16. Jahrhundert in Wittenberg bei Martin Luther studiert und die reformatorischen Ideen in verschiedene Länder wie Österreich, England oder Schweden getragen. 

 

Es gibt viele europäische Projekte, die sich mit der Ausbreitung der Reformation und ihren verbindenden Charakter beschäftigen. Ein Projekt ist der Europäische Stationenweg, initiiert von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 reiste ein Truck durch 19 europäische Länder und hat Reformationsgeschichten gesammelt. Städte in Italien, Frankreich, Deutschland und England wurden angefahren.

 

Die Geschichten erzählen von Speyer, wo 1529, vor 490 Jahren, auf dem Reichstag zu Speyer ein reformationsgeschichtliches Ereignis stattfand. Eine evangelische Minderheit reichte eine „Protestatio“ ein gegen die Unterdrückung der Ausbreitung der lutherischen Lehre. Von da leitet sich auch der Name der Protestanten ab. 

Die Geschichten erzählen von Cambridge, England. Dort hat sich bereits in den frühen 1520er Jahren eine Gruppe von Männern in der White Horse Inn (Gasthof zum Weißen Pferd) versammelt und über Schriften von Luther diskutiert.

 

„Routes of Reformation“, die europäische Kulturroute ist ein weiteres Projekt, das den Zusammenhalt in Europa stärken möchte. Das reformatorische Erbe Europas wurde in diesem Projekt erstmalig von sieben Ländern Mitteleuropas aufgearbeitet. Hier arbeiten grenzüberschreitend verschiedene Organisationen wie Kirchen und Tourismusverbände zusammen. Überlegt wird, dies an andere Routen anzubinden, wie den Lutherweg, der auch durch Nauheim und Trebur führt. 

 

Diese Projekte wollen zeigen: Reformation ist nicht nur lokal beschränkt. Und weiter: Reformation ist global zu betrachten. Es gab nicht nur Martin Luther in Wittenberg, sondern auch Huldrych Zwingli in Zürich sowie John Wesley und die Methodisten. So haben sich viele protestantische Kirchen weltweit auch in Afrika, Asien und Lateinamerika entwickelt.

 

Die verschiedenen reformatorischen Strömungen sind weltweit vielfältig ausgeprägt. Das, was verbindet, sind die gemeinsamen Geschichten und die gemeinsame Basis. Dies gilt es zu teilen. 

 

Herzliche Grüße,

Ihre Pfarrerin Katharina Meckbach

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