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Kann man auch ohne standesamtliche Eheschließung kirchlich heiraten?

Zwar hat hier eine gesetzliche Änderung gegeben, diese wird aber oft verkürzt dargestellt. Tatsächlich war bisher die Vornahme einer kirchlichen Trauung, ohne das das Brautpaar den Nachweis erbracht hätte standesamtlich verheiratet zu sein, für den Pfarrer oder die Pfarrerin (nicht für die Brautleute!) eine Ordnungswidrigkeit, die vom Staat geahndet werden konnte. Dieser Tatbestand wurde jetzt durch eine Änderung des Personenstandgesetzes abgeschafft. ...

Damit wäre theoretisch zwar eine kirchliche Trauung ohne vorherige Heirat auf dem Standesamt nach staatlichem Recht möglich, nicht aber nach kirchlichem Recht.

Die evangelischen Kirchen halten daran fest, die standesamtliche Eheschließung als Voraussetzung einer kirchlichen Trauung zu sehen. Damit soll verhindert werden, dass die Kirche mit einer nur religiös begründeten Lebensgemeinschaft rechtliche Erwartungen weckt, die das staatliche Recht nicht erfüllt, denn eine rein kirchliche Trauung wäre staatlicherseits nicht anerkannt.

Eine standesamtlich geschlossene Ehe bietet beiden Partnern Rechtssicherheit und schützt die Schwächeren. Deshalb gibt es keinen Grund, die Verknüpfung zu lösen und das kirchliche Recht zu ändern, so verständlich Wünsche nach einer ausschließlich kirchlichen Trauung im Einzelfall auch sein mögen.


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