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Kirchensteuer

Erstattung der Kirchensteuer auf Abfindungszahlungen?

Rückerstattung der Kirchensteuer auf Abfindungen

Rückerstattung der Kirchensteuer auf Abfindungen

Aus aktuellem Anlass informieren wir über die steuerrechtliche Möglichkeit, einen großen Teil der einbehaltenen Kirchensteuer aus Abfindungs- oder Provisionszahlungen zurückerstattet zu bekommen. Demnächst wird es bei Opel (die Regelung gilt jedoch für alle ArbeitnehmerInnen, die vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden) vermutlich zu vermehrtem Stellenabbau durch vorzeitigen Ruhestand oder durch vorzeitiges Ausscheiden kommen, verbunden mit einer Provision oder Abfindung. Für Menschen, die Mitglied in der Kirche sind, stellt sich nun die Frage nach der Kirchensteuer auf diese Abfindung.

In der Vergangenheit war zu beobachten, dass dies zu Kirchenaustritten führte, weil es zeiner weiteren Verringerung des ausgezahlten Geldbetrages kam.

Was viele oft nicht wissen: 50 % der Kirchensteuer auf die Abfindung bekommen sie zurück, wir zeigen Ihnen, wie das geht.

Die nachfolgenden Schritte wurden von der Kirchenverwaltung der EKHN zusammengestellt.

Grundlage

Es ist zutreffend, dass die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau Mitgliedern 50% der auf eine erhaltene Abfindung geleisteten Kirchensteuer auf Antrag wieder erstattet, steuerrechtlich korrekt formuliert, erlässt. Darüber hinaus ist die Kirchensteuer im Rahmen Ihrer Einkommensteuererklärung als Sonderausgabe abzugsfähig, so dass Sie neben dem Erlass der Kirche noch eine Steuerersparnis erhalten, die, abhängig von Ihrem persönlichen Steuersatz, bis zu 48,09 % der tatsächlich gezahlten Kirchensteuer betragen kann. Per Saldo erhalten Sie also bis zu 74% der von Ihnen geleisteten Kirchensteuer wieder zurück.

Wie funktioniert das?

Sie brauchen nicht mehr zu tun, als eine Kopie Ihres Einkommensteuerbescheides zu fertigen und mit einem formlosen Anschreiben auf dem sinngemäß stehen kann ... „ich bitte um Erlass von 50 % der auf meine Abfindung entfallenden Kirchensteuer...“ ... mit freundlichen Grüßen...“ an uns zu senden.

Adresse: EKHN, Paulusplatz 1, 64285 Darmstadt

Was geschieht nach Eingang Ihres Antrages bei uns?

Wir ermitteln anhand des uns vorliegenden Steuerbescheides den zu erlassenden Betrag. Daraufhin fertigen wir einen Erlassbescheid. Den übersenden wir Ihnen, damit Sie wissen welchen Betrag Sie erhalten und wie er berechnet wurde. Gleichzeitig übersenden wir eine Ausfertigung des Erlassbescheides an Ihr Wohnsitzfinanzamt, das Ihnen den Betrag erstattet. Dies geschieht, weil die Finanzverwaltung für uns die Kirchensteuer vereinnahmt und auch wieder ausbezahlt.

War das schon alles?

Dem Grunde nach ja. In seltenen Fällen kann es sein, dass wir aus dem Steuerbescheid die Höhe der steuerpflichtigen Abfindung nicht ersehen können. Dies kommt dann vor, wenn die Anwendung des § 34 EStG (sogenannte „Fünftel-Regelung“) zu einem steuerlich schlechteren Ergebnis führen würde. In diesen Fällen setzen wir uns mit Ihnen in Verbindung und fordern die eine Gehaltsabrechnung an, auf der die Abfindung ausgewiesen ist (Sie können sie aber auch gleich beifügen).

Warum kann die 50%-ige Ermäßigung nicht sofort abgezogen werden, wenn mir die Abfindung ausbezahlt wird?

Nun, wir erlassen Ihnen 50% der auf die Abfindung entfallenden Kirchensteuer. Wie hoch diese Kirchensteuer wirklich ist, zeigt sich aber erst, wenn das Veranlagungsjahr (gleich Kalenderjahr) um ist. Dann nämlich werden alle die Höhe Ihrer Steuer beeinflussenden Faktoren berücksichtigt. Beispielsweise wären dies die Hinzu- oder Abrechnung anderer Einkünfte, Einkünfte des Ehegatten, Werbungskosten, Sonderausgaben, etc. Der Einbehalt der Lohnsteuer und auch der Kirchensteuer bei Auszahlung der Abfindung ist also nur ein vorläufiger. Dies ist ja auch der Grund, weshalb Sie eine Steuererklärung abgeben. Abgesehen davon, ist es auch rechtlich nur zulässig, eine Steuer zu erlassen, wenn Sie festgesetzt ist. Festgesetzt wird sie durch den Steuerbescheid des Finanzamtes.

Kann ich bereits jetzt eine verbindliche Zusage von der Kirche erhalten?

Ja, selbstverständlich. Sie brauchen uns lediglich Namen und Adresse (auch eines etwaigen Ehegatten), Ihr Wohnsitzfinanzamt und Ihre Telefonnummer mitzuteilen, dann übersenden wir Ihnen eine verbindliche Zusage, aus der sich ergibt, dass wir Ihnen 50 % der auf die Abfindung entfallenden Kirchensteuer erlassen werden. Das macht dann Sinn, wenn Sie die Abfindung dieses Jahr bekommen haben oder bekommen werden und folglich den Steuerbescheid erst im nächsten Jahr einreichen können. Keinen Sinn macht es, wenn Sie die Abfindung bereits im letzten Jahr bekommen hatten und somit bereits über den Steuerbescheid verfügen oder in diesem Jahr verfügen werden. Dann können Sie uns den Steuerbescheid zur Ermittlung des Erlassbetrages einreichen.

Wie lange habe ich Zeit den Antrag zu stellen?

Der Steuerbescheid muss binnen eines Jahres nach dessen erstmaliger Bekanntgabe fristwahrend bei uns eingereicht worden sein.

Sie haben noch Fragen, deren Beantwortung sich hieraus nicht ergibt?

Dann rufen Sie den Unterzeichner bitte an. Telefon 06151 / 405-352 oder -353

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Ausführungen behilflich gewesen zu sein und verbleiben

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Peter Lemke

Kirchenamtsrat


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